Oberschule an der Dechanatstraße / Lüderitzschule - Bremen

bitte zu den Themen unten jeweils klicken :

Jahr

1905
1906
1912

1919


1933



1934

1938

1941


1945

1947

1949

1950

1951

1953
1955

1956



1958

Ereignis

Gründungsjahr
Prof. Dr. Carl Dietz wird Direktor
Schüler-Ruderverein zu Bremen wird gegründet
Die alte Direktionalverfassung wird durch ein demokratisches System ersetzt
Carl Dietz wird von den Nazis beurlaubt und später entlassen
Dr. Hackenberg wird Direktor
dann Dr. van Norden
Der Verein " Schullandheim Oberrealschule" wird gegründet
Die Schule wird in Lüderitzschule Oberschule für Jungen umbenannt Wegen Luftangriffen beginnt die Kinderlandverschickung unter anderem nach Pirna
Am 3. Dezember 1945 wird die Schule wieder eröffnet
Die Schulbühne Dechanatstraße wird gegründet
Die Grundschule wird von der 1. bis 6. Klasse gemeinsame Schule
Die Schule erhält einen B-Zweig ohne Abitur
Ostern 1951 wird Wilhelm Wolterstorf Direktor der Schule
Koedukation wird eingeführt
Die Schule feiert ihr 50jähriges Jubiläum
Das Bremer Schulgesetz wird geändert. Ein Übergang auf das Gymnasium schon ab dem 4. Grundschuljahr möglich
Am 12.8.1958 wird das neue Schulgebände an der Parsevalstraße übergeben

Lage der Oberschule
in der Innenstadt
Ein 1934 gegründeter Verein erwirbt 1935 das Schullandheim in Dötlingen
Mit Entdeckerfreude und Abenteurlust haben hier die Schüler die schöne Landschaft erkundet mit Albert Probst den getreuen Eckart unserer Schule. Auch Vater Junge, der sich mit vorbildlicher Treue den Kleinen widmete, ist zu erwähnen.Selbst die Mathematiker und Physiker unter der Führung von Hermann Mumme konnten ihre Aufgaben im Freien mit ganz anderen Methoden lösen. Es war eine schöne Lust, die enge Schulstube mit dieser pädagogischen Provinz im Oldenburger Land zu vertauschen.
Schülerzeitung Oberschule Dechanatstraße Umschlagseiten der ersten Schülerzeitung nach dem Weltkrieg II
" Die Bremer Stadtmusikanten "

Lebenslauf Fortsetzung

Link: Ausführliche Geschichte der Oberschule, Verfasser: Ehemaliger Schüler Herr Jürgen Thölke


Lehrerkollegium von 1906 - 1955

Prof. Dr. Carl Dietz
Direktor 1906 -1933
Prof. Alwin Lonke
Dr. Friedrich Hackenberg
Direktor 1933 - 1945
Dr. Heinrich van Norden
stellvertretender Leiter ab Febr. 1942
Prof. Dr. Johannes Kratzi Oberschulrat Alfred Buhl
Direktor 1945 - 1951
ObSTR Hermann Mumme
Senior des Kollegiums
Wilhelm Wolterstorf
Direktor seit 1951
Dr. Heinrich Cornelius Hans - Joachim Oertel ( Hajo Ortil )
ein Bremer Pädagoge , Fotograf und Autor.

Engagement für Freikörperkultur

Link: Liste von ehemaligen Lehrern der Schule: bitte klicken



Pirna - Aufenthalt

Besuch des Pirnaer Rainer-Fetscher- Gymnasiums von vier ehemaligen Gastschülern 1997

Wanderung in Pirna mit Lehrer Bokelmann

Vier ehemalige Schüler kamen hier 1997 zu Besuch, um ihre Erinnerungen aufzufrischen.Schon als zehn- bis 15jährige Schüler waren sie 1943 - 1945 hier. Sie waren wegen der Luftangriffe in Bremen nach Pirna evakuiert. Sie hielten die ganzen Jahre nach dem Krieg Kontakt zu Ihren Pflegefamilien. (Aus der Pirnaer Zeitung/ Jochen Breese)
Bremer Schüler der Klasse 1 zum Fototermin während eines Besuchs des Geibeltbades im Sommer 1944
Eine nette Geschichte aus dem Pirnaer Schülerleben von Günter Esdor
Link: Erinnerung an die Rückführung aus Pirna

Es werden noch regelmäßig Klassentreffen in Bremen mit den Schülern veranstaltet, die an der Kinderlandverschickung nach Pirna teilgenommen haben. Herr Günter Esdor ist der Organisator dieses Treffens.


Hundertjahrfeier: Am 10 September 2005 in der Aula der ehemaligen Oberschule Dechanatstraße

Link:Freundeskreis Oberschule Dechanatstraße, bitte klicken

Begrüßung durch Herrn Thölke

Einführungsmusik/ Fachhochschule für Künste

Der ehemalige Schüler Herr Jürgen Thölke hielt die Einführungsrede. Er sprach von den Einladungen an Herrn Dr. Henning Scherf, Senatspräsident von Bremen und an den einzigen noch lebenden Lehrer der Schule Herrn Prof. Dr. Schwarzwälder, der noch Herrn Prof.Dr. Carl Dietz kennengelernt hat.Diese sind gerne der Einladung gefolgt. Es wurde auch Herr Hemsing, Schulleiter vom Rainer Fetscher Gymnasium eingeladen. Bei der Kinderlandverschickung 1943 bis 1945 waren einige Klassen bei Gasteltern in Pirna untergebracht und von Lehrern des dortigen Gymnasiums unterrichtet. Er bemerkte dabei, dass 1945 die Rückführung der Schüler von Pirna mit der Bahn auf abenteuerlicherweise 3 Tage gedauert hat. Daran kann sich sicher noch mancher Schüler erinnern. Herr Direktor Alfred Buhl von 1945 -1954 wurde besonders erwähnt. Er war ein leidenschaftlicher Lehrer und überzeugter Demokrat.
Festvortrag von Herrn Dr. Scherf, Senatspräsident von Bremen

Herr Dr. Henning Scherf spricht zuerst über die neue Hochschule für Musik, in der täglich Spitzenmusik geboten wird.Er ist glücklich, daß die Schule nicht einfach abgeräumt wurde. Weiter berichtet er über seine eigenen Erfahrungen mit der Schule. Er findet dort vom Wechsel vom Gymnasium zur Oberschule eine glückliche Entscheidung seines Vater für ihn.
Landesschulrat Buhl war für ihn eine Autorität, eine wunderbare Gestalt mit Herzensgüte. Interessant waren auch die Worte über " HaJo-Ortil " Hans-Joachim Oertel einem ungewöhnlichen Freigeist. Alle Schüler kannten ihn und wußten , der macht alles anders. Er schrieb immer halbe Romane ins Klassenbuch, die nichts mit dem behandelten Thema zu tun hatten. Er brauchte das angeblich zu seiner Legitimation vor dem Lehrerkollegium. Er hat ein großes Fenster für ihn aufgemacht und sein Leben verändert. Er hat mir beigebracht zu reden und zu schreiben, was ich für richtig hielt. Er war so fair, auch wenn die Provokationen gegen ihn selbst gerichtet waren.
Dann sprach er auch noch über seinen letzten Klassenlehrer Rolf Siegert. Er unterrichtete Spitzenpädagogik in Naturwissenschaften. Bei einer Nachtwanderung in Bückeburg hat er daran gedacht, wie unbedeutend sein kleines Schülerleben im Vergleich mit den Kriegserlebnissen seines Lehrers war.
Wichtig waren für ihn auch die musischen Wochen in Dötlingen. Es war außerschulisch mit Teilnahme ohne Notenzwang.
Nicht selbstverständlich für die damalige Zeit war auch die Schülerselbstverwaltung. Eine Anekdote war die Ausgestaltung der Milchbar mit nach Woltersstorf pornografischen Malereien, die unter Androhung von Schulverweis wieder. in Nachtarbeit entfernt werden mußten.


Gastredner Herr Prof.Dr. Schwarzwälder

Herr Schwarzwälder referierte im wesentlichen aus der Sicht des Historikers: Er kam 1930 an die Schule unter dem Schulleiter Carl Dietz. Dieser war konservativ und Mitglied des Stahlhelms. Herr Dietz war Fraktionsvorsitzender der Deutschen Volkspartei und der erste, der 1933 entlassen wurde.
Die Schule war eine reine Jungenschule. Der Ton war ziemlich ruppig. Es gab mit Ausnahmen keine Prügelstrafe mehr. Viele Lehrer trugen bei Schulfeiern Ihr Eisernes Kreuz. Sie witterten 1932 Ihre Chance, wurden Mitglied der Partei, ohne aber besonders hervorzutreten. Manche hatten schrullige Ambitionen. Einer stellte sich ans Fenster machte Kniebeugen und hob dabei die gesundheitlichen Wirkungen hervor.
Herr Hackenberg als Nachfolger war Kriegsteilnehmer und für manche Reformen aufgeschlossen. Er brachte die Schule auf nationalsozialistischen Kurs. Herr Schütt war ein tüchtiger Botaniker aber auch cholerisch. Eines Tages trat er in der Uniform eines SA - Sturmführers auf und verprügelte einen Schüler in der Uniform eines HJ - Führers.
Der Musiklehrer Bokelmann war sehr viel harmloser. Wenn seine Schüler manchmal falsch sangen, pflegte er zu sagen, wenn das der Führer hören würde.Mit großer Heiterkeit wurde es bedacht.
Ich verurteilte diese Marotten nicht, sondern macht die Schule manchmal erträglich und erträglich und liebenswürdig.
Dr.Hackenberg war stolz, daß 90 % seiner Schüler in der Hitlerjugend waren. Ich marschierte ohne Uniform als ziviler Fremdkörper in der braunen Schar mit. Im Schullandheim in Dötlingen wurden neue Unterrichtsformen geprobt. Die Schule verstand es durchaus, daß sich dort eine Art Gemeinschaftsgefühl entwickelte. Herr Dr. Hackenberg verfaßte eine Redesammlung seiner markigen Worte, auf die ihn unser Redner nach dem Krieg ansprach. Dieser antwortete kurz:" Das war aber ganz gut gemeint."


Gastredner Herr Hemsing, Pirna

Herr Hemsing spricht von seiner Schule dem Rainer - Fetscher Gymnasium, das jetzt umfangreich saniert wird und dann mit einer anderen Schule zusammengeführt wird. Es besteht noch eine enge Freundschaft zwischen einer Gruppe von Schülern, die bis Ende des Krieges dort bei privaten Eltern untergebracht waren. Zum 125 jährigen Bestehen sind 30 Gäste unter Leitung von Herrn Günter Esdor in Pirna gewesen. Das war eine herzlich, auffrischende Begegnung. Wer denkt nicht gern daran zurück , wenn auch nicht alle Blütenträume reiften.Es bestehen immer noch Verbindungen mit den Gasteltern, jetzt in Vertretung der Kinder. Diese Kontakte sollten noch weiter ausgebaut werden.


Links und Literatur- Hinweise


Link: ehemaliger Schüler mit Geschichte von Bremen: bitte klicken

Buch - Veröffentlichungen

Verfasser Titel Verlag
Henning Scherf Grau ist bunt Herder
Herbert Schwarzwälder Geschichte der Freien Hansestadt Bremen Temmen
Herbert Schwarzwälder Veröffentlichungen zur Zeitgeschichte/Bremen Schünemann
Herbert Schwarzwälder Bremen in alten Reisebeschreibungen Temmen
Oberschule Dechanatstr. Festschrift zur 50 - Jahrfeier Oberschule
Hans - Joachim Oertel ( Hajo Ortil ) mehrere Kanuschriften siehe unter Wikipedia
Peter Brunner Pirna im Zweiten Weltkrieg Sächsische Zeitung
01796 Pirna


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